Wie ich zum Atmen kam — Andreas' Geschichte
Jeder Weg hat einen Anfang. Meiner begann nicht mit einem Plan. Er begann mit einer Situation, in der ich spürte, dass etwas in mir Ausdruck sucht, für das der Rahmen fehlte. Was dann passierte, hat mein Leben verändert. Nicht über Nacht. Aber nachhaltig.

Der Moment, der alles ins Rollen brachte
Es war bei einer Familienaufstellung. Ich hatte mich darauf eingelassen, weil mich bestimmte Themen beschäftigten, die sich mit den Mitteln, die ich bis dahin kannte, nicht wirklich bewegen ließen. Während der Aufstellung passierte etwas: Ich spürte, wie ein intensiver emotionaler Ausdruck in mir aufsteigen wollte. Etwas Starkes, etwas das Raum brauchte.
Wie ich zum Holotropen Atmen kam
Aber in dem Setting fühlte ich mich nicht ausreichend sicher dafür. Nicht weil etwas falsch gelaufen wäre, sondern weil die Intensität dessen, was sich zeigte, einen anderen Rahmen brauchte. Das ist ein wichtiger Punkt: Manchmal braucht ein Prozess nicht mehr Therapie, sondern einen anderen Container. Einen Raum, in dem auch das Laute, das Intensive, das Körperliche seinen Platz hat.
Die Seminarleiterin erkannte das und empfahl mir Holotropes Atmen. Damals wusste ich nicht viel darüber. Aber etwas in mir sagte: Das könnte es sein.
Holzöstersee: Liebe auf den ersten Blick
Kurze Zeit später saß ich in einem Seminar am Holzöstersee bei Dr. Sylvester Walch. Was dann passierte, kann ich am besten so beschreiben: Es war Liebe auf den ersten Blick. Nicht die romantische Art. Sondern das tiefe Wissen: Das hier passt. Das hier ist richtig.
Die Erfahrung war tiefgehend und öffnend. Ich lag auf der Matte, die Musik trug mich, und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass alles, was in mir war, Platz haben durfte. Die Wut, die Trauer, die Sehnsucht, die Freude. Es gab keinen Filter, kein "Das darfst du hier nicht". Nur Raum. Und professionelle Begleitung, die diesen Raum hielt.
Was mich besonders berührt hat, war die Qualität der Erfahrung. Es ging nicht darum, etwas Bestimmtes zu erreichen. Es ging darum, sich dem zu öffnen, was sich zeigen möchte. Und das war in seiner Schlichtheit unglaublich kraftvoll.
Was hat mich am Holotropen Atmen sofort gepackt?
Wenn ich heute zurückschaue, verstehe ich besser, warum das Holotrope Atmen mich so unmittelbar angesprochen hat. Es vereint drei Dinge, die mir als Mensch und als Musiker sehr nahe sind: Körperarbeit, Musik und emotionalen Ausdruck. Als Musiker kenne ich die Kraft der Musik, Zustände zu verändern. Auf der Bühne erlebe ich das regelmäßig. Beim Holotropen Atmen erlebte ich zum ersten Mal, wie Musik nicht unterhält, sondern einen inneren Prozess trägt und vertieft. Die Musik ist hier kein Hintergrund, sondern ein zentrales Element, das dich durch verschiedene Phasen begleitet: rhythmisch und aktivierend am Anfang, intensiv und emotional in der Mitte, ruhig und integrierend zum Schluss.
Die Körperarbeit gab mir einen Zugang, den rein kognitive Ansätze nicht bieten konnten. Im Alltag bin ich jemand, der viel denkt, analysiert, strukturiert. Das ist eine Stärke, aber es kann auch eine Falle sein. Beim Holotropen Atmen durfte der Verstand für eine Weile zur Seite treten. Der Körper übernahm. Und was er zu sagen hatte, war ehrlicher und tiefer als alles, was der Kopf hätte formulieren können.
Und dann der emotionale Ausdruck: In unserer Gesellschaft gibt es wenig Räume, in denen intensive Gefühle wirklich Platz haben. Beim Holotropen Atmen ist genau das der Kern. Wenn Trauer kommt, darf sie da sein. Wenn Wut da ist, darf sie Ausdruck finden. Wenn Freude aufsteigt, darf sie sich entfalten. Diese Erlaubnis, alles fühlen zu dürfen, war für mich befreiend.
Wie wurde aus der Erfahrung eine Ausbildung?
Nach meiner ersten Erfahrung am Holzöstersee war für mich schnell klar: Das möchte ich nicht nur für mich selbst. Das möchte ich weitergeben. Nicht aus einem missionarischen Antrieb heraus, sondern weil diese Art der Arbeit so stark meinem eigenen Wesen entspricht, dass es sich natürlich anfühlte, diesen Weg weiterzugehen.
Ich begann meine Ausbildung bei Dr. Sylvester Walch, einem der renommiertesten Lehrer für Holotropes Atmen im deutschsprachigen Raum und einer der engsten Schüler von Stanislav Grof, dem Begründer der Methode. Die Ausbildung war intensiv, fordernd und hat mein Verständnis noch einmal grundlegend vertieft.
Was ich in der Ausbildung verstanden habe: Es geht nicht darum, Menschen durch einen Prozess zu führen. Es geht darum, einen Raum zu halten, in dem der Prozess sich entfalten kann. Das klingt wie ein kleiner Unterschied, aber es verändert alles. Meine Aufgabe als Seminarleiter ist nicht, dir zu sagen, was du fühlst oder was du tun sollst. Meine Aufgabe ist, einen Rahmen zu schaffen, in dem du sicher und frei genug bist, deiner eigenen inneren Weisheit zu folgen.
Was mich so fasziniert hat
Was fasziniert mich bis heute am Holotropen Atmen?
Ich leite seit Jahren Seminare, und jedes Mal erlebe ich wieder, wie kraftvoll diese Arbeit sein kann. Was mich dabei nie aufhört zu faszinieren: Jeder Prozess ist einzigartig. Keine zwei Sitzungen sind gleich. Nicht bei verschiedenen Menschen, aber auch nicht bei derselben Person.
Die innere Weisheit, die sich im Holotropen Atmen zeigt, ist erstaunlich präzise. Sie bringt genau das an die Oberfläche, was gerade dran ist. Nicht mehr, nicht weniger. Und obwohl der Prozess manchmal intensiv oder herausfordernd sein kann, besteht danach oft die Gewissheit, dass etwas Wesentliches in Bewegung gekommen ist.
Was mich als Unternehmer und Mensch geprägt hat, spielt in meine Seminararbeit mit hinein: der Wert von Struktur und Sicherheit, die Überzeugung, dass Transformation ein Prozess ist und kein Event, und ein tiefes Vertrauen in die Fähigkeit jedes Menschen, seinen eigenen Weg zu finden. Ich bin kein Guru und möchte keiner sein. Ich bin ein Begleiter, der diese Arbeit aus eigener Erfahrung kennt und der einen sicheren Raum dafür schaffen kann.
Warum ich dir das erzähle
Nicht um mich zu vermarkten. Sondern weil ich glaube, dass es einen Unterschied macht zu wissen, von wem man begleitet wird. Was seine Geschichte ist. Was ihn antreibt. Und was er an eigener Erfahrung mitbringt. Wenn du überlegst, ob Holotropes Atmen etwas für dich sein könnte, dann möchte ich, dass du weißt: Ich bin diesen Weg selbst gegangen. Ich kenne die Intensität, die Öffnung, die Herausforderung. Und ich weiß, dass ein sicherer Rahmen und professionelle Begleitung den entscheidenden Unterschied machen.
Mehr über unser Team und wie wir arbeiten, findest du auf unserer Team-Seite. Und wenn du dich fragst, was genau bei einem Seminar passiert, schau dir den Ablauf einer Atemsitzung an.

Atemübungs-Guide + Seminartermine
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Holotropes Atmen selbst erleben
Wenn dich meine Geschichte neugierig gemacht hat: Die eigene Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen. In unseren Seminaren arbeiten wir in kleinen Gruppen mit professioneller Begleitung. Du gehst nur so weit, wie es sich für dich stimmig anfühlt.

